9. Weitere Pläne
Rea wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter spürte. Er fuhr auf und sah zurück - hinter ihm stand Josephine, seine Frau. “Jo…” sagte er nur, seine Stimme bebte. Er versuchte, seine Gefühle wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen. Jo sah ihn zuerst einfach nur an, in ihrem Gesicht war Besorgnis zu erkennen. “Xavier hat mir erzählt, was geschehen ist. Es tut mir leid, wegen des Mädchens… Ist mit dir alles in Ordnung?” fragte sie weiterhin mit einer extrem angespannten Stimme. Rea nickte. Er hatte sich langsam wieder in der Gewalt. “Yes, es geht wieder.. Ich… Mir tut diese Mädchen so leid.. Ich hätte auf sie aufpassen müssen…” “Rea hör sofort auf damit! Xavier und Nena haben mir schon so etwas erzählt, dass du dir die Schuld daran gibst - und du weißt hoffentlich, dass das absoluter Schwachsinn ist!” Rea lächelte leicht, doch es war nicht mehr als das Hochziehen der Mundwinkel. “Ja, sie haben so etwas gsagt.. Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass ich nickt daran glaube.. Ick habe ihr versprocken, dass ihr nickts gescheh’n wird… Und nun? Sieh sie dir an - sie liegt here und wird sterben…”
Jos Blick durchbohrte Rea geradezu und es war ihr anzusehen, wie besorgt sie um ihn war. “Rea, es wäre vielleicht besser, wenn du ein paar Minuten aus dem Zimmer heraus kommst. Wir haben ohnehin etwas zu besprechen. Ich habe ein Essen mit Ralf organisiert. Die anderen sind auch dabei.” Rea sah Jo an. Ralf war der Produzent von “The Voice”. “Mit Ralf? Was wollen wir jetzt by Ralf? Außedem wollte ick noch eine Moment bleiben..” Er sah zu Jess hinab. In seinem Gesicht spiegelte sich Schmerz. Jo schüttelte den Kopf: “Rea, ich verstehe, dass du dir Sorgen um die Kleine machst, wirklich. Aber momentan kannst du ohnehin nicht viel ausrichten. Wir müssen uns überlegen, wie es mit der Sendung weiter geht und darüber wollte Ralf mit uns reden..” Weiter kam sie nicht. Rea starrte sie an. “Das is nickt euer Ernst? Die Kleine liegt here eventually im Sterben, und ihr denkt an die Weiterfuhrung der Sendung? No.. Ohne mick!”
Jo antwortete nicht. Sie blickte ihm nur weiterhin in die Augen und sagte ruhig: “Ich denke, dass das hier der falsche Ort ist, um darüber zu diskutieren, Rea.. Lass uns bitte gehen, Ralf wartet auf uns und ich habe einen Tisch im “Gardens” reserviert. Wir reden dort in Ruhe darüber. Bitte. Du kannst dich jederzeit über ihren Zustand informieren. Doch ich fürchte, dass der sich so schnell nicht ändern wird, Rea; ob du nun bei ihr bist oder nicht…”
Rea erwiderte nichts. Er konnte Jo auf der einen Seite ja verstehen. Er konnte sich selbst nicht erklären, weshalb ihm das ganze hier so zusetzte. Sie war nicht einmal Teil ihrer Familie, dennoch tat es unglaublich weh, sie so zu sehen. Und vermutlich war das mit ein Grund dafür, dass Jo ihn versuchte, von hier fort zu bewegen, damit es ihn nicht vollkommen zermürbte. Sie machte sich Sorgen um ihn und das konnte er ja auch nachvollziehen. Und dennoch… Schließlich seufzte Rea. Für ihn war es eigentlich vollkommen ausgeschlossen, jedenfalls derzeitig, die Sendung weiter zu führen, dennoch war ihm klar, dass sie wenigstens darüber reden mussten. Und die anderen hatten ja doch auch noch ein Wörtchen mitzureden…
Schließlich nickte er und stand auf. Er drückte noch einmal Jess’ Hand und sagte: “I will come back.. Ick komme zuruck, dass versprecke ich dir!” Damit ließ er sie los und ging aus dem Zimmer. Jo folgte ihm. In ihrem Gesicht war Erleichterung zu erkennen. Als sie draußen waren, standen Xavier und Nena bereits an der Tür. “Alles okay, Rea?” fragte Xavier auch schon und Rea nickte nur. Er ließ die anderen kurz stehen und rannte zu der Ärztin, die gerade an ihnen vorbei laufen wollte, um ihr eine Karte in die Hand zu drücken: “When etwas mit ihr sein sollte, rufen Sie mick an, ja? Die Number auf der Karte!” Jo runzelte leicht die Stirn, doch sie sagte nichts dazu. Die Ärztin blickte auf die Karte herunter, nickte und lächelte leicht als sie schließlich antwortete: “Das werde ich, keine Sorge. Ich melde mich, wenn sich etwas an dem Zustand des Mädchens ändert - so oder so…”
Jeder wusste, was das bedeutete, und auch Rea musste kurz schlucken, doch dann riss er sich wieder zusammen. Jetzt hatte er erst einmal andere Sorgen. Ihm fiel etwas anderes ein. Er ging wieder zurück zu Xavier, Nena und Jo, die vor dem Krankenzimmer auf ihn warteten, dann fragte er Jo: “Du sagtest, du hast eine Tisch im “Gardens” reserved? Warum nickt im “The Voice”-Gebäude? Und was ist mit Alec und Sasha? Wer passt auf die Girls und Boys auf?” Bis jetzt waren Alec und Sasha dort geblieben um diese Aufgabe zu übernehmen. Jo legte ihm eine Hand auf die Schulter. “Jetzt bleib mal ganz locker, die Mädchen und Jungs werden gut bewacht; ein Sicherheitsbeamter übernimmt den Job! Und sicherlich nicht einer von der Sorte, die nicht wissen, wie sie ihren Job zu erledigen haben. Er weiß, was er zu tun hat! Und ich gehe davon aus, dass es angenehmer ist, während des Gespräches, was jetzt definitiv anfällt, etwas zu essen und uns ein wenig zu entspannen und zu beruhigen. Gerade für dich ist das extrem wichtig, Rea!”
Auch die anderen stimmten ihr zu und so blieb Rea schließlich nichts anderes übrig, als einzulenken. Er war überstimmt… Sie gingen zu ihrem Wagen und Rea konnte nur hoffen - und still für sich beten - dass das Mädchen es schaffen würde. Er würde später wieder kommen um nach ihr zu sehen, dass war ihm definitiv klar.
Doch nun folgte die erste alles entscheidende Diskussion - und er musste sich erst einmal selber klar darüber werden, ob er eigentlich wollte, dass es weiter ging. Rea brauchte nicht lange, um seine Antwort zu kennen: Nein. Er wollte die Sendung nicht weiter machen. Nicht ohne Jess! Das wäre ihr gegenüber alles andere als fair. Und genau das würde er den anderen mitteilen, doch jetzt wollte er erst einmal warten, was diese ihm zu sagen hatten und vor allem sollten sie erst einmal im Restaurant ankommen, bevor er ihnen allen seine Meinung sagen würde…
Schließlich war es soweit. Rea konnte erkennen, dass auch Alec und Sasha bereits dort waren. In ihm kribbelte es. Er machte sich Sorgen, auch, wenn es vermutlich Schwachsinn war, sich solche Gedanken zu machen; zumal Jo ihm ja versichert hatte, dass jetzt ein wahrer Kenner seines Fachs auf die Jungs und Mädchen aufpasste - trotzdem änderte das nichts daran, dass da draußen ein wahnsinniger Kinderschänder herum lief, und keiner von ihnen war da. Allerdings hatten sie diesen Wahnsinnigen auch nicht davon abhalten können, das zu tun, was er getan hatte…
Rea schüttelte es erneut, als er daran dachte. Die anderen sahen zu ihm, sagten aber nichts. Ralf war auch schon bei den beiden “Cowboys” und lief auf sie zu: “Rea, schön dich zu sehen - es tut mir so leid, was geschehen ist..” “Vielleicht sollten wir erst einmal rein gehen und uns dann unterhalten?” unterbrach Jo ihn, bevor Rea die Chance hatte, etwas zu erwidern. Sowohl dieser als auch Ralf nickten und so gingen sie in das Lokal und wurden von dem Kellner zu ihrem Tisch geführt. Es war ein ruhiger Ecktisch, der sehr einladend und gemütlich war. Vor allem waren sie dort ungestört.
Als erstes fragte Sasha: “Und? Wie geht es dem Mädchen?” Rea fiel ein, dass die beiden ja noch gar nichts weiteres wussten. Er schluckte, doch Nena, die bis jetzt relativ still gewesen war, antwortete an seiner Stelle: “Sie ist im Koma… Die Ärzte können nicht sagen, ob sie durchkommt... Die Verletzungen sind sehr schwer… Es sieht nicht sehr gut aus, Jungs und Rea geht es ziemlich schlecht… Er macht sich Vorwürfe…”
Rea sah sie an. Musste sie alles erzählen? Alec und Sasha blickten mit zusammen gekniffenen Augen zu Rea: “WAS machst du dir? Das hab ich jetzt falsch verstanden, Kumpel oder? Nena hat jetzt nicht gesagt, dass du dir VORWÜRFE machst??” fragte Alec auch prompt nach. Rea antwortete nicht, doch Xavier nickte ebenfalls. “Doch, Alec; leider hast du das richtig verstanden. Er macht sich Vorwürfe, Rea meint, er hätte früher da sein müssen, dann hätte er es verhindern können…” “Hey man, das ist doch Schwachsinn!” ließ sich Alec verlauten und wurde beinahe laut. Jo sah ihn an und schüttelte beinahe unmerklich den Kopf. “Schon gut.. Sorry; aber Rea, das ist echt Unsinn; ich hoffe, das begreifst du langsam mal - den hätte niemand aufhalten können; wenn nicht in diesem Augenblick, dann hätte er es an einem anderen Moment getan.. Was passiert ist, ist passiert…”
Rea drehte sich zu ihm und sah ihm ins Gesicht. In seinen Augen blitzte es verdächtig, doch noch konnte er sich beherrschen.. “Ick hab ihr versprochen, dass ich fur sie da bin! Dass ihr here nickts passiert! She had trust me! Sie had mir vertraut…” “Rea, hör auf! Bitte! Wir alle haben es ihr versprochen. Und wir alle haben es auch so gemeint! Doch es ist anders gekommen und keiner von uns konnte etwas dafür. Oder gibst du uns die Schuld?” fragte nun auch Sasha. Rea schüttelte nur den Kopf. Er hatte keine Lust mehr auf diese Diskussion. Sie konnten reden wie sie wollten, doch es half nichts. Er konnte nichts gegen diese Gefühle in sich tun. Sie waren da und es lag wie ein Stein auf seiner Brust. Solange nicht sicher war, ob das Mädchen es schaffte, würde dieser Stein da sein, und wenn sie es nicht überlebte… Daran wollte er nicht einmal denken. Und selbst wenn, was war dann? Würde sie jemals wieder so sein wie zuvor? Vermutlich nicht. Schon die Vergangenheit hatte sie verändert; er dachte kurz an den Moment zurück, an dem sie sich im Bad eingeschlossen hatte und er sie eingekauert an die Wand gelehnt gefunden hatte. Als sie ihm von ihrer Vergangenheit erzählt hatte. Es fröstelte ihn.
Nein, schon ihre Vergangenheit hatte sie verändert, und nun würde es sicher noch schlimmer werden, sollte sie es überstehen…
Doch nun war erst einmal etwas anderes gefragt. Rea versuchte sich auf das zu konzentrieren, weshalb sie hier waren. “Und, fangen wir nun an?” Alec und Sasha sahen sich kurz an, und nickten dann resigniert. Auch ihnen war klar, dass sie Reas Einstellung wohl nicht von jetzt auf gleich ändern konnten. Dennoch würden sie noch daran arbeiten und Jo würde ihren Anteil dazu beitragen. Doch nun begann Ralf mit dem Thema, weswegen sie überhaupt hier waren. Er räusperte sich: “Also.. Ich denke, wir sollten darüber reden, wie es nun weiter gehen soll. DASS es weiter geht, ist für mich kein Thema; aber die Frage ist vielleicht eher das WIE…”
Weiter kam er nicht, denn Rea sprang in die Presche: “What soll das heißen, es is keine Frage DASS es weiter geht? Ick werde nickt weiter machen! Eine meine Schutzlinge liegt im Koma! Sie wurde vergewaltigt! Und ihr wollt so tun, als wäre nickts passiert? Dass ist nickt euer Ernst!” Zum Schluss war er richtig laut geworden und es war nur der Tatsache zu verdanken, dass es sehr ruhig in dem Restaurant war, dass es niemand mitbekommen hatte. Jo legte ihm erneut eine Hand auf die Schulter. “Beruhige dich, Rea!” sagte sie nur, doch sie konnte seinen bebenden Körper spüren. Und das beunruhigte sie extrem. “Rea…” sagte sie noch einmal. Dann ließ sich Ralf erneut vernehmen: “Rea, darum geht es ja im Grunde” - er hatte sich nichts anmerken lassen und fuhr einfach normal fort: “Darüber zu diskutieren, wie wir die nächste Sendung gestalten, damit wir eventuell eben nicht einfach so darüber weg sehen oder so tun, als wäre nichts passiert.. Seht ihr”, er wandte sich jetzt an alle: “Natürlich weiß auch ich, was geschehen ist und es tut mir ebenso leid wie euch allen. Wirklich!” fügte er mit einem Seitenblick auf Rea hinzu, der nicht so aussah, als ob er ihm glauben würde.. “Ganz mit der Sendung aufzuhören, wäre ein fataler Fehler, glaubt es mir. Und im Grunde würde es der Kleinen ja auch nicht helfen, ob wir nun mit “the Voice” weiter machen oder nicht…”
Rea konnte es erneut nicht aushalten und fiel ihm erneut ins Wort: “Das is doch nur das Geld, was dick lockt, oder? Ich verstehe dich nickt! Es is egal, ob es ihr hilft oder nicht, darum geht es doch gar nicht! Es geht darum, dass diese eine Verletzung ihre Würde ist! When wir einfach so weitermachen, als wäre nickts geschehen…” Jetzt mischte sich Xavier ein, der bis jetzt - genau wie die anderen auch - recht still gewesen war: “Rea, dass ist Unsinn. Bis zu einem gewissen Grad kann ich es nachvollziehen, wirklich. Auch mir ist ein wenig unwohl, bei dem Gedanken, mit der Sendung einfach so weiter zu machen, aber ich kann auch Ralf verstehen. Und was dein letztes “Argument” angeht: ich finde nicht, dass es ihre Würde verletzt...” Auch die anderen schüttelten die Köpfe. “Niemand möchte Jess’ Würde verletzen - glaub mir, Rea”, ließ sich Ralf erneut vernehmen: “Deswegen möchte ich ja mit euch diskutieren, WIE wir die nächste Sendung am Besten hinbekommen. Aber dass es weiter gehen muss, ist doch auch klar; alleine wegen der anderen Teammitglieder. Findest du es ihnen gegenüber fair, wenn wir jetzt aufhören würden, so kurz vor dem Ziel? Vor dem Traum eines jeden einzelnen, Star zu werden? Diesen einfach platzen zu lassen? Wäre das fair?”
Er sah Rea an. Dieser hatte seine Augen zu Schlitzen verengt und die Mundwinkel zusammen gepresst. Er war extrem wütend… Doch er versuchte, sich zusammen zu reißen. Es half niemandem etwas, wenn er hier ausrastete…
Schließlich antwortete er, an Ralf gewand: “Aber es is fair, Jess gegenüber, einfack weiter zu machen, ja? Das is fair? Find ich nickt!” Jetzt ließ sich auch Nena vernehmen: “Hört zu, bitte. Ich finde es furchtbar, dass wir hier sitzen müssen und uns darüber streiten, was nun zu tun ist - die ganze Situation ist furchtbar. Und um ehrlich zu sein, weiß ich auch gerade nicht, auf welche Seite ich gehöre… Auf der einen Seite bin ich voll und ganz hinter Rea: Ich denke an Jess und daran, dass sie es sich so sehr gewünscht hat, ein Teil dieser Familie hier zu sein und nun nicht mehr daran teilnehmen kann..
Doch auf der anderen Seite hat auch Ralf recht: Es gibt sie noch, die anderen; unsere Schützlinge, die sich ebenfalls ein Leben in Ruhm wünschen. Und wenn wir ihnen diesen nun verwehren, wäre das wirklich nicht fair! Ich weiß es doch auch nicht…”
Nun ließ sich auch Xavier vernehmen: “An Jess’ Zustand können wir nichts ändern, so schlimm das auch ist. Auch ich wünschte mir, es wäre nicht passiert, doch es ist nun mal geschehen und wir können es nicht mehr ändern.. Doch für die anderen fände ich es ebenso unfair, ihre Zukunft zu zerstören - die Frage ist, ob wir eine Zeit lang aussetzen können, und dann mit ihnen weiter machen könnten. Wäre das eine Option?” fragte er, an Ralf gewandt. Dieser schüttelte den Kopf: “Leider geht das nicht, tut mir leid. Wir haben einen Zeitplan, und entweder ich halte ihn ein, oder die Sendung wird ganz aus dem Programm genommen.. Bis zur nächsten Staffel und dann mit neuen Kandidaten… Es geht ja nun um diejenigen, die noch im Rennen sind - wir stehen bei der 2. Live-Show!” sagte er, wie um es scheinbar zufällig einmal erwähnen zu wollen…
Rea kochte innerlich. Für ihn war es in der Tat beinahe so, als würde Ralf nur an seine Tantiemen denken. Doch ganz tief in sich wusste er auch, dass die Argumente nicht ganz falsch waren, die der Produzent anbrachte. Er hatte bis jetzt nur an Jess gedacht, doch die anderen hofften und bangten immer noch und kämpften ebenfalls darum, der Star der Sendung zu werden. Auch sie hatten Träume, jeder einzelne von ihnen. Hatte er das Recht, ihnen diesen Traum zu zerstören? Es war das erste Mal, dass er sich nun diese Frage stellte. Und so schwer es für ihn auch war; im Grunde kannte er die Antwort: Nein, das hatte er nicht!
Schließlich seufzte er und blickte zu Ralf hinüber. Seine Körperhaltung war immer noch angespannt, doch es war schon nicht mehr ganz so stark wie zuvor. Jo bemerkte es mit Erleichterung. “In Ordnung… Ihr habt nickt ganz Unrecht… Ich werde weiter macken; aber unter eine Bedingung: In the next show werd ich eine Song fur Jess singen. Und wir werden ihre Songs einbauen.. Irgend etwas in die Art!” Ralf nickte. “Das war der Grund, weshalb ich euch alle hier zusammen haben wollte. Um Ideen zu sammeln, wie wir die nächste Sendung gestalten können. Ja Rea, die Idee ist nicht schlecht. Also gut, du kannst einen Song für sie performen und deine Gruppe wird ihn mit dir singen. Eventuell sogar alle, darüber können wir ja noch reden. Im übrigen müssen wir uns jetzt auch darüber unterhalten, was mit deiner Gruppe geschieht - du hast jetzt nur noch drei Kandidaten…”
Rea seufzte. Er hatte über all das noch überhaupt nicht nachgedacht. Ja, es stimmte, er hatte nur noch drei Kandidaten, Dana, Steffi und Michael. “Und, wie soll es jetzt weiter gehen? Soll meine Team nur noch mit drei Kandidaten funktioniern?” fragte Rea etwas bissig. Ralf zuckte die Schultern: “Hm, entweder das, dann dürfte in der Tat in der nächsten Show nur ein Kandidat oder eine Kandidatin rausfliegen - nicht zwei wie bei den anderen - oder wir holen den Kandidaten wieder, der gegen Jess in der ersten Live-Show rausgeflogen ist… Wie das im ersten Fall gehen soll, weiß ich selbst noch nicht; also müssten wir schauen, dass wir den Kandidaten wieder kriegen - ich glaube, sein Name war Dan… Ansonsten würde mir noch Annika einfallen - falls es mit ihm nicht funktionieren sollte.” Rea erinnerte sich an Annika, sie war Jess’ Gegnerin im Battle. Er seufzte innerlich. Es schien besiegelt zu sein, sie würden mit “the Voice” weiter machen und auch, wenn es ihm in der Seele weh tat und er ein Gefühl in sich hatte, als würde er Jess verraten; es blieb ihm nichts anderes übrig. Und im Grunde wusste auch er, dass es an ihrem Zustand nichts änderte, selbst wenn sie die Sendung einstellen würden. Zudem waren sie es den anderen Kandidaten schuldig, also machten sie weiter!
Schließlich nickte er. “In Ordnung… Dann macken wir weiter.. Aber unter den Bedingungen, die ich genannt habe.” Ralf nickte. “Natürlich. Ich werde mich darum kümmern Dan - oder Annika - zurück zu holen, damit du wieder 4 Kandidaten hast. Wir brauchen Gleichstand. Sobald das erledigt ist, wird die nächste Show in Angriff genommen. Seid ihr alle damit einverstanden?” Er sah sich in der Runde um. Eigentlich kannte er bereits die Antwort und es überraschte ihn weniger, als alle nickten. Nur Rea schloss kurz die Augen, dann nickte er ebenfalls. Man konnte ihm ansehen, dass er immer noch nicht begeistert war, doch er hatte nicht wirklich eine andere Wahl. Jo drückte seine Hand und lächelte ihn an. Rea lächelte zurück - doch Jo konnte erkennen, dass es ein eher unglückliches Lächeln war.
Die Besprechung war zu Ende. Das Essen hatte ganz gut geschmeckt aber Rea hatte kaum etwas davon angerührt. Sie mussten nun zurück zu ihren Teams um ihnen mitzuteilen was sie besprochen hatten. Es würde nicht mehr allzu lange bis zur nächsten Show dauern, und sie mussten bis dahin alles organisiert haben.
Rea und die anderen standen auf und machten sich auf die Rückfahrt. Sie waren verhältnismäßig still und besonders Rea hing seinen Gedanken nach. Alle, einschließlich Jo, hatten Verständnis dafür und schließlich waren sie wieder am TV-Gebäude angekommen. Mit gemischten Gefühlen betraten sie die Hallen um ihren Schützlingen mitzuteilen, dass die Sendung nun ohne Jess weiter gehen würde. Ralf war in der Zwischenzeit darum bemüht, den 4. Mitstreiter für Reas Team zurück zu holen, damit die nächste Sendung in Angriff genommen werden konnte. Rea akzeptierte es, doch wohl fühlte er sich nicht dabei…

